Zurück von einer Konferenz in Saragossa - ich bin gerade noch einmal der Aschewolke entkommen

Gerade noch rechtzeitig endete die EU-Integrationsministerkonferenz im spanischen Saragossa am vergangenen Freitag: Wenn ich nicht wie geplant meinen Vortrag gehalten hätte, könnte man sagen, ich hätte mich - im wahrsten Sinne des Wortes - rechtzeitig aus dem Staub gemacht. Am Freitag morgen wuchs die Unsicherheit bei den Konferenzteilnehmern stündlich, wie lange die Flughäfen noch offen seien, bevor sich die Aschewolke des isländischen Vulkans über ganz Europa legte. Die ersten reisten bereits ab. Ich musste noch meine Rede halten gegen 11:00 Uhr. Danach ging es in Windeseile zum Bahnhof von Saragossa. Eine sehr nette junge Deutsch-Spanierin, die unserer Delegation als Betreuerin zugeteilt war, räumte sämtliche Hindernisse mit Zauberhand aus dem Weg. Sie organisierte den Transport zum Bahnhof, zum Flughafen und kümmerte sich engagiert um "ihre" Delegation, so dass es uns gelang, rechtzeitig aufzubrechen.

Ich beschloss, mit meinen Mitarbeitern im dem Hochgeschwindigkeitszug von Saragossa nach Madrid zu fahren. Dort waren die Möglichkeiten größer, noch Flüge nach Österreich oder in die Schweiz zu bekommen. Es gelang uns noch, Plätze für die Maschine nach Zürich zu ergattern. Doch das Flugzeug konnte wegen der Aschewolke schon nicht mehr in Zürich landen, sondern musste weiter nach Basel fliegen. Dort ging es mit dem Auto weiter nach Hause, wo ich um 02:00 Uhr morgens ankam. Selbst die Bundeskanzlerin musste auf dem Rückflug aus den USA nach Lissabon, am nächsten Tag nach Rom ausweichen, um dann mit dem Auto zurück nach Berlin zu gelangen.

Letztlich hatte ich großes Glück, viele Menschen saßen tagelang fest und konnten nicht nach Hause reisen oder sind noch immer unterwegs.





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